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Prediger: Pfr. M. Wanner
 

  Auslegung zu 2. Kor. 4,6-10 vom 24.01.2010
  2. Kor. 4,6-10:
6 Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuc-hten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.
7 Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die über-schwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.
8 Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.
9 Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir wer-den unterdrückt, aber wir kommen nicht um.
10 Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.
 

  Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen
  Liebe Gemeinde,

Muhammed edh Dhib, Muhammed, der Wolf, hieß der junge Mann der im Jahr 1947 einen der größten Schätze entdeckte, die jemals gefunden wurden. Seine Beduinenfamilie hatte die Zelte nördlich des Toten Meeres aufgeschlagen. Wie es sich damals wirk-lich zugetragen hatte, werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Auf jeden Fall war Muhammed an den Steilhängen der Westküste des Toten Meeres unterwegs. Er suchte dort angeblich eine seiner Zie-gen, die ihm weggelaufen war. Vermutlich war er aber auf der Su-che nach einem Versteck für die Schmugglerware. Die Beduinen waren nämlich bekannt dafür, dass sie damals im Grenzgebiet zwi-schen Jordanien und dem englischen Mandatsgebiet vielfach als Schmuggler tätig waren. Bevor er eine der Felsenhöhlen dort betrat, warf er einen Stein in die dunkle Höhle. Er hörte ein Geräusch, das sich anhörte, wie wenn etwas zerbrach. Das machte Muhammed neugierig. Er kletterte in die Höhle und fand mehrere Tonkrüge.

Einer davon war kaputt gegangen. „Vielleicht ein alter Schatz, der hier versteckt wurde“, dachte Muhammed. Doch die Enttäuschung war groß, als er den Inhalt des zerstörten Tonkruges barg. Es waren nur halb zerfetzte uralte Schriftrollen darin, die teilweise schon auseinanderfielen, wenn man sie berührte. Der Beduine nahm einige der Rollen mit und versuchte sie später auf dem Markt in Bethlehem bei dem Schuhmacher Kando zu verkaufen, weil er wusste, dass der mit alten Dingen handelte. Kando zeigte die alten Schriftrollen dem syrisch orthodoxen Bischof Athanasius Yeshe Samuel. Der ahnte, dass es sich um ganz alte Dokumente handeln würde. Die Sensation war perfekt, die Nachricht ging um die ganze Welt. Unter den alten Funden war sogar noch eine komplett erhaltene Jesajarolle, über 2000 Jahre alt, wie sich später herausstellte.

Die uralte Jesajarolle kann heute in einem eigens dafür gebauten Museum in Jerusalem besichtigt werden. Sie hat nicht nur einen un-schätzbaren Wert, sondern ist zugleich der Beweis, wie genau und zuverlässig die Bücher der Heiligen Schrift über vom Ursprung an bis heute überliefert wurden.

In einem unscheinbaren alten verstaubten Gefäß aus Ton wurde die überaus wertvolle Schriftrolle des Propheten Jesaja entdeckt. Tat-sächlich: „Ein Schatz in irdenen Gefäßen“. Die Schriftrollen von Qumran zeigen deutlich, an welches Bild Paulus denkt, wenn er von einem Schatz in irdenen (also tönernen) Gefäßen spricht. Paulus sagt: „Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen“. Dieser zentralen Aussage unseres Bibelabschnitts werden wir jetzt nachgehen.

Der Schatz: „Wir haben… diesen Schatz...“

Von dem Schatz, den Paulus meint, sagt er: „Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“

Das Licht, das aus der Finsternis hervorleuchtet, ist der Schatz.

Schon ganz am Anfang, bei der Schöpfung der Erde wurde dieser Schatz der Welt anvertraut. „Gott sprach: Es werden Licht! Und es ward Licht“ (1. Mo. 1,3), so steht es auf den ersten Seiten der Bibel. Aber es blieb nicht dabei. Das Licht des Anfangs wich und es wur-de immer finsterer in dieser Welt. Für die Zwischenzeit gilt, was der Prophet Jesaja sagt: „Siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker…“ (Jes. 60,2). Aber ganz am Ende, im letzten Buch der Bibel leuchtet derselbe Schatz des Anfangs wieder auf. Die in Licht getauchte und goldglänzende himmlische Stadt Jeru-salem wird einmal auf unserer Erde zu finden sein. Gott selbst wird darin wohnen. Es gibt keine Finsternis mehr in dieser Stadt. Es werden keine Leuchtmittel mehr benötigt. Gott selbst wird alle Menschen, die dort wohnen beleuchten und erleuchten.

Zu diesem Ziel muss es kommen. Daher steht die gesamte Weltge-schichte steht von Anfang bis Ende in diesem Spannungsfeld. Es geht um einen Kampf zwischen Licht und Finsternis. Gott schickt den kostbaren Schatz seiner Herrlichkeit, sein Licht, in die Welt, um damit die Finsternis zu besiegen. Das ist Gottes Geschichte mit der Menschheit: Es soll wieder hell werden.

Durch Jesus Christus ist dieses Licht erschienen. Er sagt selbst von sich: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh. 8,12). Gott schickt in der Person von Jesus das Wertvollste, das er hat.

Er reißt sich seinen Schatz vom Herzen. Menschen, die Jesus, das Licht und den Schatz Gottes entdeckt haben, sagen voller Begeiste-rung: „Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des ein-geborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Joh. 1,14). Sie bezeugen von ihm: „Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes“ (Kol. 1,15). „Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit“ (Hebr. 1,3). So wird ganz klar: Der Schatz von dem Paulus redet, ist das Licht Gottes und dieses Licht ist durch Jesus erschienen.

Paulus sagt, dass die Herrlichkeit Gottes auf dem Angesicht von Je-sus Christus aufstrahlt. Daher schauen wir uns jetzt einmal das An-gesicht von Jesus Christus an. Wir sehen Jesus ins Gesicht. Wir sehen, wie uns das Licht Gottes entgegen leuchtet.

Einigen war auf einem hohen Berg ein Blick in das Angesicht von Jesus Christus vergönnt. Das Gesicht von Jesus wurde verklärt. Es leuchtete wie die Sonne. Seine Kleider wurden weiß wie Licht. Die Zeugen dieses Ereignisses konnten sehen, woher Jesus kam. Sie entdeckten, dass Jesus selbst aus der unvergänglichen Herrlichkeit Gottes kam. Er selbst war das Licht, das in der Finsternis leuchtet.

Einen weiteren Blick in das Angesicht von Jesus Christus können wir im Garten Gethsemane werfen. Jesus fällt auf sein Angesicht und schreit zu seinem Vater. In diesem Augenblick sehen wir, wie das Licht gegen die Finsternis kämpft. Wir werden Zeugen, wie sich Jesus ganz dem Willen seines Vaters hingibt und bereit wird für den stärksten und größten Kampf zwischen Licht und Finsternis am Kreuz.

Und dann sehen wir noch einmal in das Angesicht von Jesus Chris-tus am Kreuz. Sein Gesicht wird zum „Haupt voll Blut und Wun-den, voll Schmerz und voller Hohn“. Dort in diesem absoluten Kon-trast leuchtet die Herrlichkeit Gottes auf dem Angesicht von Jesus Christus am hellsten auf.

Ein Blick in dieses bespuckte, blutüberströmte und misshandelte Angesicht von Jesus zeigt mir die unendliche Liebe Gottes zu seiner Menschheit und auch zu mir ganz persönlich. Am Kreuz wird die Herrlichkeit Gottes erkannt. Dort ist Gottes Güte zu sehen, die zur Umkehr, zur Bekehrung und zur Erleuchtung des menschlichen Herzens führt.

Dieser Schatz der in dieser Welt zu haben ist, das ist die „Herrlich-keit Gottes auf dem Angesicht von Jesus Christus“. Dieser Schatz ist Jesus Christus selbst. Dieser Schatz soll jetzt in ein irdenes Ge-fäß gelegt werden und dieses Gefäß ausfüllen und ganz reich und kostbar machen.

Das Gefäß: „Wir haben… diesen Schatz in irdenen Gefäßen...“

Sehen wir uns jetzt nach dem Schatz das irdene Gefäß an, in das der kostbare Schatz gelegt wird.

Das tönerne Gefäß sind wir. Wir gleichen einem Gefäß aus Ton. Eigentlich kein schöner Vergleich. Wenn wir mit einem einfachen Tonkrug verglichen werden, der irgendwo lehmverschmiert und staubig in einer dunklen Höhle liegt, ist kein schmeichelhaftes Bild.

Wir würden andere Bilder wählen. Wir würden uns vielleicht mit einem silbernen Pokal vergleichen, der von großen Siegen erzählt. Wir finden uns wieder in einem kostbaren Gefäß aus Porzellan, das an exponierter Stelle im Wohnzimmer steht gleich ins Auge sticht und von jedem Besucher bewundert wird.

Auf das äußere Erscheinungsbild kommt doch alles an. Das Aus-sehen, das Auftreten, und auch das eigene Image, sollen doch unse-ren wahren Wert und unsere eigentliche Bedeutung hervorheben.

Nicht nur bei Menschen, auch bei Gegenständen kommt es auf das Äußere an. Die Verpackung fördert die Werbewirksamkeit und da-mit den Absatz der Ware. Wie würde es z.B. ankommen, wenn Sie Pralinen im Schuhkarton anbieten würden oder wenn Sie ein kost-bares goldenes Halsband in Zeitungspapier eingewickelt präsentie-ren würden?

Die Korinther, an die Paulus seien Brief schrieb, hätten sich auf jeden Fall zuletzt mit einem billigen alten Tonkrug verglichen. Sie suchten für ihre Gemeinde große, gutaussehende und wortgewaltige Redner. Von Paulus hielten sie nicht viel. Seine Briefe, so die Ko-rinther, sind immer sehr vollmundig und bedeutsam, aber wenn dann dieses unscheinbare leicht untersetzte Männlein auftaucht und seinen Mund aufmacht, dann kannst du seine Worte vergessen.

Die Korinther waren bestrebt, an ihrem Ansehen zu arbeiten. Sie suchten ihre eigene Ehre und verpassten keine Gelegenheit, sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Viel Eifersucht und Zank gab es deshalb in der Gemeinde. Es gab verschiedene Gruppierungen, die miteinander rivalisierten.

Paulus verurteilt diese Haltung der Korinther. Er sieht, dass sie immer noch damit beschäftigt waren, ihr altes Leben, die schäbigen Blumentöpfe ihres eigenen Ichs aufzupolieren. Sie hatten noch nicht erkannt, wer sie wirklich in Gottes Augen waren: Eben nur „irdene Gefäße“.

Jeremia beschreibt in den Klageliedern einmal ganz drastisch wie Menschen den eigenen Glanz ihres Lebens aufgeben müssen und erkennen, dass sie in den Augen Gottes nur irdene Gefäße sind: „Wie ist das Gold so ganz dunkel und das feine Gold so hässlich geworden, und wie liegen die Edelsteine an allen Straßenecken zer-streut! Die edlen Kinder Zions, dem Golde gleich geachtet, wie sind sie nun den irdenen Töpfen gleich, die ein Töpfer macht“ (Kl. 4,1f).

Und Salomo realisiert, dass am Ende jeder Mensch wie ein Gefäß aus Ton am Tod in lauter Scherben zerbricht: „Der silberne Strick zerreißt und die goldene Schale zerbricht und der Wasserkrug zer-schellt“ (Pred. 12,6).

Wir bilden uns etwas ein. Gold, Edelsteine, goldene Schalen sind wir in unserer Selbstgefälligkeit. Aber wir müssen erkennen, dass wir nichts sind als erbärmliche, zerbrechliche, schmutzige, dunkle und leere Gefäße.

Hast du dich schon einmal so gesehen und kennengelernt? Hast du schon verstanden, wer du in den Augen Gottes bist? Wir müssen erst ganz leer, armselig und bedürftig und leer werden, bevor Gott bereit ist, seinen Schatz in uns hinein zu legen.

Den großen Schatz haben wir betrachtet, in dem wir Jesus Christus selbst gesehen haben. Wir haben gehört, wer wir wirklich sind und wie wir uns sehen müssen. Wir sind irdene Gefäße. Und achten jetzt darauf, was passiert, wenn der Schatz in die irdenen Gefäße kommt.

Der Schatz im Gefäß: „Wir haben…“

Paulus sagt: „Wir haben diesen Schatz irdenen Gefäßen.“ Er spricht Menschen an, die ihre eigene Armseligkeit erkannt haben und die Jesus reich gemacht hat. Sie haben Jesus in ihr Leben auf-genommen. Sie haben gesagt: „Herr Jesus, komm in mein armes Leben. Ich bin arm. Mach mich reich durch deine Gegenwart, durch deinen Geist, durch dein Leben und durch alles was du mitbringst.“

Können Sie das von sich sagen: „Ich habe diesen Schatz! Ich spüre diesen Schatz! Ich lebe von diesem Schatz! Jesus ist mein Schatz! Ich habe Jesus in meinem Leben.“ Wenn nicht, dann will ich gerne Schatzmeister sein und Ihnen zei-gen, wie Sie Jesus in Ihr Leben aufnehmen können.

Und dann, wenn Jesus, der Schatz, das Licht und die Herrlichkeit Gottes in uns sind, hat das Auswirkungen. Nein, wir werden nicht wie die Tonkrüge am Toten Meer 2000 Jahre lang in eine dunkle Höhle zur Seite gestellt. Wir kommen zum Einsatz. Und Paulus spricht deshalb davon, wie die Tontöpfe Gottes zum Einsatz kom-men: „Gott hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“

In uns wird es hell und immer heller. Der strahlende helle Schatz in uns, macht uns glänzend, macht uns wertvoll. Unser Inneres wird von Jesus geprägt. Sein Wesen prägt unser Leben, wenn wir das zu-lassen und diesen Schatz entdecken und in uns funkeln lassen. Pau-lus kann dazu auch sagen: „Wir werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur anderen“ (2. Kor. 3,17)

Das was in uns ist, kann nicht verborgen bleiben. Es leuchtet aus uns heraus, es gibt uns Ausstrahlung. Durch uns entsteht Erleuchtung. Andere sollen Gott in Jesus erkennen. Sie sollen Sehnsucht bekommen nach dem inneren Reichtum, den die in sich tragen, die wie Tonkrüge voller Jesusreichtum sind.

Die Ausstrahlung nimmt zu nach einer göttlichen Grundregel, die alle menschlichen Vorstellungen auf den Kopf stellt: Je armseliger mein eigenes Leben, umso stärker kann das Leben von Jesus Chris-tus durch mit hindurch strahlen. Paulus im Originalton: „Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserem Leibe, auf dass auch das Leben Jesu offenbar werde.“ Je mehr das eigene Leben, der irdene Krug zerbricht, umso mehr kommt der Schatz, der darin ist, zum Ausdruck.


Genauso wie in den Höhlen von Qumran. Als einer der Tonkrüge in Scherben ging, war der wertvolle Inhalt darin, die Schriftrollen zu sehen.

Oder wenn sie ein anderes Beispiel wollen: Gideon musste mit 300 Männern gegen die Übermacht der midianitischen Feinde kämpfen. Seine Taktik, die zum Sieg führte war so: Gideon griff bei Nacht das feindliche Lager an. Jeder Kämpfer hatte einen Tonkrug. Darin stand eine brennende Fackel. Kurz vor dem feindlichen Lager wur-den die Tonkrüge zerbrochen und überall wurden die funkelnden Fackeln sichtbar. Der große Krach und die vielen Lichter machten den Feinden Angst. Sie glaubten sich in der Minderzahl vor einem großen Heer und flohen. Das Licht der Fackeln wurde sichtbar, als die Tonkrüge zerbrachen. So muss bei uns vieles zerbrechen, dass der Lichtglanz, der in uns ist, zum Ausdruck kommt.

Wenn bei dir in dieser Woche etwas zerbrochen ist: Wünsche, Erwartungen, Vorstellungen, Pläne etwa, dann lass dich fragen, ob es nicht dazu dienen könnte, dass Jesus Christus, der in dir ist, jetzt noch viel besser zum Leuchten kommt.

Paulus spricht nicht davon, dass der, der mit Jesus lebt, weniger Schwierigkeiten hat als andere. Im Gegenteil. Er betont, dass es umgekehrt ist und spricht vom „Sterben Jesu“, in das sich im Leben der Gläubigen auswirkt, damit andererseits auch das Leben Jesu sich durch uns entfalten kann. Es geht ja um einen Kampf zwischen Licht und Finsternis. Christen sind Söhne und Töchter des Lichts. Sie kämpfen auf der Seite des Lichts. Gegen sie kämpft die Finster-nis. Paulus nennt das das Leiden um Christi willen, denn er ist nun hineingeworfen in den Kampf zwischen Licht und Finsternis und kämpft auf der Lichtseite.

Paulus zählt aus seinem eigenen Leben Schwierigkeiten auf und zeigt aber zugleich, wie sich der Schatz, den er in sich trägt, gerade in diesen Schwierigkeiten auszahlt. Er erlebt gerade in solchen Situ-ationen eine große Kraft. Ich zitiere ihn mit meinen eigenen Worten: „Wir sind von allen Seiten bedrängt. Aber wir erleben immer wieder, dass auf einmal alle Angst weicht. Wir sind mutlos, aber wir verlieren niemals den Mut. Wir werden verfolgt, aber wir werden niemals im Stich gelassen. Wir werden wie im Ringkampf nie-dergeworfen. Aber wir stehen immer wieder auf.“

Das Gefäß des eigenen Lebens zerbricht und immer heller kann so der Schatz zum Ausdruck kommen, der in mir ist. Wir werden transparent für Jesus. Die Menschen sehen in unserem Angesicht Jesus. Es leuchtet durch uns hindurch und die Menschen erkennen an uns, wer Jesus ist.

Bis heute prägt mich an dieser Stelle das Vorbild von Dr. Paul Müller, den vielleicht auch einzelne von ihnen noch kennen. Als ich ihn kennen lernte, war er bereits 80 Jahre alt und hatte schon vierzig Jahre Multiple Sklerose hinter sich. Doch der alte, zerbrechliche und an den Rollstuhl gefesselte Mann predigte oft bei vielen Gelegenheiten. Sein Gesicht strahlte von innen heraus. Was er sagte, überzeugte mich. Seine Liebe und Güte hat mich zutiefst ange-sprochen. An ihm konnte ich sehen, was es heißt, wenn ein „irdenes Gefäß“ einen Schatz in sich trägt und so die überschwängliche Kraft von Gott sichtbar wird.

Jesus erzählt davon, dass ein Bauer beim Umpflügen seines Ackers auf einen wertvollen Schatz gestoßen ist. Weil dieser Acker ihm nicht gehörte, verkaufte er alles, was er hatte, um ihn zu kaufen. Damit war er der Besitzer dieses wertvollen Schatzes.

Machen Sie es ihm nach. Geben Sie alles dran, um diesen Schatz zu finden und leben Sie dann ganz aus dem Reichtum, den Sie emp-fangen haben. Und machen Sie auch andere reich durch Jesus und seine Herrlichkeit den sie in sich tragen. „Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen.“

Amen.
 

  Author: Wanner, Michael eingegeben am: 25.01.2010 10:50 Uhr
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